So, hatte in letzter Zeit viel zu tun, deshalb kommt der Erste Tag erst jetzt.
Nachdem ich dort gute 15 Minuten zu früh angetrabt war (Der Zug fährt nur zu so beschissenen Zeiten), wurde mir mein “Vorgesetzter” vorgestellt. Eigentlich war er kein richtiger Vorgesetzter, denn der einzige Unterschied von ihm zu mir war, dass er einige Stunden mehr pro Woche dort beschäftigt war.
Anschließend wurde ich rumgeführt, einzelne Mitarbeiter begrüßend, das Leergut (so nennt man den Raum in dem das Leergut ankommt) vorgestellt. Hier gilt es, die ankommenden Flaschen und Kisten auf die richtigen Paletten zu verfrachten und einzuordnen. Nach einiger Übung geht das wie im Schlaf und es ist einigermaßen interessant. Naja, zumindest ist’s nich langweilig
Gegen später kamen dann noch einige andere Aufgaben dazu: Leere Pappkartons in die Presse, Paletten rausziehen und sortieren und das sogenannte “Vorziehen”. Vorziehen nennt man den Vorgang des Vorziehens der Ware (wer hätt’s gedacht) bis an den Rand des Regals. So hat der Kunde einen besseren Eindruck und greift eher zu. Das ganze sieht danach erstens besser aus und erleichtert zweitens dem Kunden auch, nach der Waren zu greifen, denn schließlich ist sie besser erreichbar als wenn sie weit hinten im Regal stehen würde. Nichtsdestotrotz ist das ganz eine sehr langwierige und am Anfang auch recht schwierige Aufgabe, da man dabei sehr pingelig und vorsichtig vorgehen muss. Es reicht ein kleiner Stubser mit dem Pullover und schon zerbrechen einige Flaschen. Als Anfänger hat man zwar 2mal frei, danach kostet das aber einen Sekt
Nach meinem ersten Arbeitstag wurde ich dann netterweiße von meiner Mum heimgefahren, weil sie sowieso nichts zu tun hatte. Im Auto dann bemerkte ich meine schmerzenden Oberschenkel und meine irgendwie angespannten Arme. Das ganze ist eben eine Knochenarbeit - aber vielleicht ist das auch ganz gut so, gibt nämlich dann Muskeln!
Gleich ist es so weit, ich werde mit dem Zug in das Nachbarkaff fahren und dort zu meinem ersten Arbeitstag erscheinen. Aufgeregt? Ein Bischen. Bin gespannt, wie das wird. Heute muss ich erst einmal von 16 bis 20 Uhr arbeiten, gute 4 Stunden also. Die Marktleiterin versicherte mir beim Vorstellungsgespräch ich würde eine Einweisung bekommen - darauf bin ich ebenfalls gespannt.
Am Dienstag hatte ich dann das ausgemachte Bewerbungsgespräch. Da wir in der Schule mal einen Tag lang von einem Versicherungskaufmann (oder so) einen Vortrag zum Thema Bewerbungen bekommen hatten, rief ich die Leiterin des Marktes noch einmal an um mir den Termin zu bestätigen. Zusätzlich versichtere ich mich, ob gesonderte Kleidung oder andere Unterlagen von nöten waren.
Nachdem ich im Markt angekommen war, bat mich die Geschäftsleiterin in ein relativ rauchiges Hinterzimmer, aus dem sich die dort gerade ihr Mittagsbrötchen verspeisenden Mitarbeiter dann rasch zurückzugen. Dann fing sie an, mir einige Fragen zu stellen. Dies reichte von meiner Motivation über die Sportnote meines mit der Bewerbung abgegebenen Zeugnisses (sie war schlecht) bis hin zu den Arbeitszeiten und zum Studenlohn. Letztendlich einigten wir uns auf 10 Stunden die Woche, jeweils Montags von 16-20Uhr und Samstags im Wechsel in der Früh- und Spätschicht.
Insgesamt war das wohl kein richtiges Vorstellungsgespräch sondern ein sehr locker gehandhabter Dialog. Freut mich, denn das zeigt Flexibilität.
Dieses lockere Gespräch ermutigt mich jetzt schon am Montag dort einen guten Eindruck zu hinterlassen. Bin gespannt, wie mein erster Arbeitstag verlaufen wird.
Nun gut, die Vorgeschichte. Zunächst einmal war die Entscheidung, diesen Blog hier zu führen, eine relativ spontane. Die Idee kam mir einfach so (lustigerweiße während ich gerade ein Glaß Wasser verschüttete) in den Kopf. Ich finde den Gedanken klasse, andere Menschen an meinem Leben damit ein bischen teilhaben lassen zu können und gleichzeitig hoffentlich Feedback und Reaktionen zu erhalten, die mir helfen. Nebenbei kann ich über diese Reaktionen vielleicht eine kleine Lesercommunity für mich gewinnen, wie zum Beispiel schon beim Thekenmeister, dem Shopblogger, dem Taxiblogger und dem Hostblogger.
Nun, wie kam bzw. kommt es denn dazu, dass ich jetzt bei einem Lebensmittelgroßmarkt arbeite? Bereits nach den Sommerferien ‘08, d.h. so grob im September beschloss ich, mich nun endlich mal aktiv irgendwo zu bewerben um ein bischen Geld zu verdienen. Schließlich finanzierz sich so ein ausgiebiges Jugendleben nicht von selbst, da musste was getan werden.
Ich schrieb also eine passende Bewerbung plus Lebenslauf, machte professionelle Bewerbungsfotos und schickte diese Bewerbung dann an grob 8 verschiedene Geschäfte hier in der Nähe. Dabei bevorzugte ich natürlich ortsansässige, da diese aufgrund des kurzen Anfahrtsweges einfacher zu handhaben gewesen wären.
Einige Wochen später kamen die ersten Rückmeldungen: Absagen, Absagen und nochmal Absagen. Oft zwar sehr nett geschrieben aber dennoch im Kern eine Absage. “Leider müssen wir ihnen mitteilen…” war eine sehr beliebte Floskel. Von den schon angesprochenen rund 8 Geschäften kamen ungefähr 4 Bewerbungen zurück, die restlichen bemühten sich nichteinmal um eine (negative) Rückmeldung. In meinen Augen sehr schade, denn das ist doch irgendwie das mindeste, was ich erwarten kann.
Letztendlich bekam ich vor einer Woche dann einen Anruf, dass sie meine Bewerbung noch rumliegen hätten und ob ich denn noch Interesse habe. Ich bejahte natürlich fleißig. Wir machten einen Termin für ein kleines Vorstellungsgespräch aus und verabschiedeten uns freundlich. Das ganze hatte mich positiv überrascht, da ich nach einer so langen Zeit nicht mehr mit einer Rückmeldung gerechnet hatte, aber was soll’s.
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